Lesung „Stasi-Knast und Ostseeflucht“ im Jazzkeller Eisenach
Musikalische Lesung mit den Klosterbrüdern
Am Freitag, 20. März 2026, 19 Uhr, findet die musikalische Lesung „Stasiknast und Ostseeflucht“ mit Mitgliedern der Hardrock-Band Klosterbrüder im Jazzkeller „Posaune“ in Eisenach (Alte Mälzerei, Palmental 1, 99817 Eisenach) statt.
Schon zu DDR-Zeiten eine Rock-Legende, sind die Klosterbrüder bis heute auf Tour – mit einer politisch erzwungenen langen Pause: Die 1963 von Magdeburger Studenten gegründete Band geriet früh ins Visier der DDR-Kulturfunktionäre. Ihr Name und die wachsende Fangemeinde machten sie zur Zielscheibe staatlicher Repressionen. Aufgrund anhaltender Schikanen stellten die Musiker der Band 1981 Ausreiseanträge – mit dramatischen Konsequenzen: Die Band erhielt ein Auftrittsverbot, und zwei Mitglieder, Hans-Joachim Kneis und Dietrich Kessler, wurden inhaftiert.
Dietrich Kessler und Eberhard Klunker erzählen im Gespräch mit Hartmut Rüffert, Kenner der DDR-Rockmusik und Teil der DDR-Opposition, von ihren unterschiedlichen Wegen, aus der DDR in den Westen zu gelangen. Sie schildern, was sie antrieb, sich den staatlichen Zwängen zu entziehen und der DDR trotz des Verlustes einer großen Fan-Gemeinde und zahlreicher Freunde den Rücken zu kehren. Überwachungen, Denunziationen, Verleumdungen und Verhöre hatten 1983 zur Inhaftierung Dietrich Kesslers durch das Ministerium für Staatssicherheit geführt. Im September 1984 wurde er aus dem Gefängnis Cottbus von der Bundesrepublik freigekauft. In seinem autobiographischen Buch „Stasi-Knast“ schildert er die beklemmenden Erlebnisse dieser Zeit. Eberhard Klunker gelang 1975 eine spektakuläre Flucht im Schlauchboot über die Ostsee.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Während des Abends greifen die beiden Musiker zu Gitarre, Querflöte und Saxophon und vermitteln so einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen.
Veranstalter ist der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Hintergrundinformation zur Veranstaltung:
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe – Das Grüne Band in Thüringen“ der Stiftung Naturschutz Thüringen und des Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statt. In dieser Reihe widmen sich zwischen September 2025 und Juni 2026 zahlreiche Veranstaltungen in Thüringen der Natur und Geschichte entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze.
Zahlreiche Kooperationspartner aus der Erinnerungskultur und dem Naturschutz beteiligen sich mit eigenen Beiträgen. Ziel ist es, über den Welterbe-Prozess zu informieren und den Dialog zwischen Akteuren aus Naturschutz, Erinnerungskultur, Bildung und Tourismus zu fördern.
Seit Dezember 2023 steht das Grüne Band Deutschland auf der deutschen UNESCO-Vorschlagsliste. Eine Nominierung als gemischtes Welterbe, das Natur und Kultur verbindet, wird vorbereitet.
Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie hier unter dem LINK.
Informationen zur Band Klosterbrüder hier.